der erste kuss.

So lange mussten wir warten. Jetzt. Endlich. Werden wir uns sehen.

Erwartungsvoll und spannungsgeladen fiebern wir dem Tag entgegen.
Du setzt Dich ins Auto, ich mich in den Zug – beinah zeitgleich.
Unsere Herzen schlagen im Takt. Uns beiden bis zum Hals.
Mein Zug fährt in den Bahnhof ein, mein Atem stockt.
Gleich ist es soweit.
Du tauchst in meinem Blickfeld auf, bevor Du mich überhaupt wahrnimmst.
Langsam, beinah im Zeitlupentempo, gehen wir aufeinander zu.
Wir wagen kaum, den Blick zu heben. Studieren lieber die Struktur des Bahnsteiges.
Unaufhaltsam treiben wir aufeinander zu. Stehen endlich voreinander.
Ein kurzer Moment der Unsicherheit.
Dann zeichnet sich ein Lächeln auf unser beider Gesicht ab.
Wir umarmen uns. Ein wohliger Schauer durchströmt uns.
Alles ist gut.
Noch etwas unbeholfen gehen wir nebeneinander her. Verlassen den Bahnhof.
Nachdem wir meine Tasche in Dein Auto gebracht haben, machen wir uns ohne Ballast auf den Weg.
Richtung Stadt. Von dort in den Park.
Allmählich bahnen sich unsere Worte ihren Weg. Wir werden vertrauter.
Plötzlich berühren sich unsere Hände. Ungewollt. Vom Zufall gelenkt.
Einem leichten, elektrischen Schlag gleich, durchzuckt es uns. Wir ziehen unsere Hände nicht zurück, sondern halten uns.
Hand in Hand spazieren wir weiter.
Auf einmal bleibst Du stehen. Lässt mich jedoch nicht los. Zwingst mich so, ebenfalls stehen zu bleiben.
Du fixierst mich mit Deinem Blick. Kommst Schritt für Schritt näher.
Ganz nah.
Dein Becken berührt meines. Du greifst nach meiner anderen Hand. Unsere Finger verflechten sich.
Dein Blick dringt noch immer in meine Augen.
Dann spüre ich den Druck, der von Dir ausgeht. Du drängst mich zurück.
Sanft aber bestimmt.
Ich gehe rückwärts, ohne zu wissen, wohin.
Ich vertraue Dir.
Irgendwann geht es nicht mehr weiter.
Ein Baum versperrt mir den Weg. Doch genau das hattest Du geplant.
Ich kann nicht mehr weg. Es gibt kein Entrinnen.
Im Rücken den Baum. Vor mir Dein Körper, der mich in Schach hält.
Ich spüre Deinen Beckenknochen an meinem, verliere mich in Deinem Blick.
Mein Herzschlag erhöht sich. Das Atmen fällt wieder schwerer.
Du drückst meine Hände. Näherst Dich mit Deinem Gesicht.
Beinah berühren wir uns. Aber nur beinah.
Dein Atem streift meine Haut. An der Stirn. Den Wangen. Meinen Lippen. Lässt meine Wimpern zittern.
Die Spannung ist kaum auszuhalten.
Deine Lippen nähern sich meinen. Ich schliesse die Augen.
Eine gefühlte Ewigkeit später, berühren Deine Lippen die meinen.
Mein ganzer Körper reagiert auf diesen Kuss. Verweilt in ihm.
Deine Lippen passen ganz wunderbar auf meine. Sie verbünden sich. Sind eins.
Sanft leckt Deine Zunge über meine Unterlippe. Trennt sie sacht von der oberen.
Unser Atem geht stoßweise. Setzt aus, als sich unsere Zungenspitzen berühren.
Ein Seufzen macht sich in unseren Kehlen breit.
Unsere Zungen finden sich. Spielen miteinander. Necken sich.
Zunächst behutsam und zärtlich verschmelzen wir in diesem Kuss miteinander.
Dann werden wir mutiger. Drängender.
Unsere Zungen tauchen tief in den Mund der Anderen.
Fordern sich gegenseitig heraus.
Ein leichter Biss auf Deine Zunge lässt Dich aufstöhnen. Der Laut hallt ewig in meinem Mund nach.
Meine Lippe zwischen Deinen Zähnen.
Deine Hand in meinem Haar.
Unsere Becken aneinander. Pulsierend.
Wir verlieren uns. In diesem Kuss. In uns.
Atemlos. Fassungslos. Stehen wir voreinander.
Unsere Blicke suchen und finden sich.
In ihnen liegen Verlangen, Lust, Begehren. Und noch etwas.
Gewissheit!
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