gesten.

Ich brauche keine Blumenarrangements, kein Parfum und keine Einladungen zum Essen. Ich brauche keine Liebesgedichte, Briefe und Gefühlsbekundungen.

All das, was ich früher für den Ausdruck und den Beweis von Liebe hielt, ist mir heute gleichgültig. Das scheinbar Offensichtliche ist einer Wahrheit gewichen, die tiefer geht als ich je zu hoffen gewagt hätte.

Früher – das ist die Zeit vor Deiner Ankunft in meinem Leben und meinem Herzen. Früher habe ich vor allem geträumt und mir die Liebe ausgemalt. Heute lebe ich die Liebe und erkenne, dass nichts von dem, was ich einmal für wichtig oder notwendig erachtet habe, eine Bedeutung hat. Nicht für mich. Nicht für uns.

Wir haben unsere eigenen Regeln, unseren eigenen Rhythmus. Wir bestimmen, welche Form und welche Farbe unsere Liebe hat. Wir bestimmen den Klang und die Melodie.

Es sind vor allem die kleinen, unscheinbaren Gesten, die unserer Liebe Ausdruck verleihen.

Es ist ein Blick in Deine Augen, die mir alles offenbaren, was ich wissen muss. Wie schnell sagen wir, dass die Augen die Spiegel der Seele sind? Ein Kalenderspruch, den wir alle schon einmal achtlos herausposaunt haben. Für mich ist er kein Spruch mehr. Ich durfte seinen Ursprung ergründen und lese in Deinen Augen mehr, als Worte je auszudrücken vermögen. In Deinen Augen liegt die Wahrheit und Deine aufrichtige Liebe. Wer Dir einmal in die Augen gesehen hat, wird nie wieder an Deiner Wahrhaftigkeit zweifeln…

Du bist so aufmerksam, dass es kaum auffällt. Die kleinsten Dinge beachtest Du und erstaunst mich jeden Tags aufs Neue.

Es ist das Geschirrtuch, das Du unter meinen heißen Teller legst, damit ich mich nicht verbrenne.

Der frisch gepresste Saft, mit dem Du mich am Bahnsteig erwartest.

Dein Lächeln, das sich über Dein Gesicht legt, wenn Du mich anschaust.

Dein Blick, der mich voller Liebe streichelt.

Die Selbstverständlichkeit, mit der Du mich in Dein Leben integrierst.

Dein Respekt, den Du mir jeden Tag entgegen bringst.

Die Schubladen in der Kommode, der Platz im Bad und mein Lieblingsjoghurt im Kühlschrank.

Das Handtuch, das Du mir ins Bad legst.

Die Zahnpasta, die Du mir auf die Zahnbürste machst.

Der Schluck Wasser, den ich aus Deinem Mund trinken darf, wenn ich kurz vor dem Verdursten bin.

Es ist jede winzige Berührung, mit der Du mich zum Zittern bringst.

Die Erdbeeren, mit denen Du mich fütterst.

Der Kaba, damit ich in der Schweiz nicht immer nur Ovomaltine trinken muss.

Es sind all diese zahllosen Gesten, die mich Deine, unsere Liebe spüren lassen. Verzweifelt durchforste ich meinen Wortschatz und versuche, Worte, Begriffe zu finden, für das, was Du mich fühlen lässt.

Ich scheitere. Immer wieder und wieder. Es gibt keine Worte, keine Bilder, die auszudrücken vermögen, was mit und in mir geschieht seit Du da bist.

Du sagst, dass diese Liebe nicht normal ist. Recht hast Du. Sie ist jenseits von allem, was uns bekannt ist. Sie ist außergewöhnlich und unbekannt. In ihren Dimensionen macht sie uns mitunter Angst, aber vor allem macht sie uns glücklich. Weil sie echt ist. Wahr. Rein.

Für Dich möchte ich neue Worte erschaffen und lernen, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und doch werde ich es niemals schaffen, Dich durch die Aneinanderreihung von Buchstaben ahnen zu lassen, was Du mir bist und wie sehr ich Dich liebe.

Schau mir einfach in die Augen, lies meine Blicke und deute meine Gesten. Dort und in meinem Herzen wirst Du alle Antworten finden. Und Dich. Denn dort, in den Tiefen meines Selbst, meines Herzens ist Dein Zuhause – jetzt und immer!

“Es stimmt, ich werde meine Gedanken zu Papier bringen, auch wenn es ein unzulängliches Medium zur Vermittlung von Gefühlen ist.”

(Mary Wollstonecraft)

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